09. Oktober 2026

Wer macht soziale Medien zu feindseligen Orten? – Neue TAOHS-Studie gibt Aufschluss

Wie entsteht Feindseligkeit in sozialen Medien?
Eine neue Studie im Rahmen unseres europäischen Projekts Together Against Online Hate Speech (TAOHS) zeigt: Es sind längst nicht nur einzelne besonders aggressive Accounts. Vielmehr entsteht ein großer Teil der Online-Feindseligkeit durch zahlreiche einzelne Kommentare unterschiedlicher Nutzer*innen. Für den Bericht hat die Universität Amsterdam rund 9,5 Millionen öffentliche Beiträge und Kommentare auf Instagram, TikTok und X aus Deutschland, Spanien und den Niederlanden untersucht.

Eine zentrale Erkenntnis: 94 % der Accounts, die im untersuchten Datensatz problematische Inhalte verbreiten, fallen durch einzelne feindselige Beiträge auf. Sie veröffentlichen lediglich einzelne feindselige Beiträge, die sich gegen wenige Zielpersonen richten und schaffen so einen toxischen digitalen Raum. Wiederholte, gezielte Angriffe durch dieselben Accounts sind dagegen selten.

Was bedeutet das für den Umgang mit Hass im Netz?
Die Ergebnisse machen deutlich, dass es unterschiedliche Strategien braucht: frühzeitige Reaktionen auf eskalierende Diskussionen, gezielte Unterstützung für Betroffene und einen aufmerksamen Umgang mit wiederholt auffälligen Accounts.

Für unsere Arbeit bei ichbinhier unterstreicht die Studie, wie wichtig es ist, digitale Kommentarspalten als gemeinsame Räume zu verstehen. Denn viele einzelne Beiträge prägen das Diskussionsklima. Umso wichtiger ist es, feindseligen Äußerungen etwas entgegenzusetzen und solidarische Stimmen sichtbar zu machen, denn: Jeder Kommentar zählt. Jede Interaktion prägt den Raum, den wir alle gemeinsam nutzen.

Hier geht es zur vollständigen Studie