Ein Hashtag in Aktion

#ichbinhier

Seit Dezember 2016 für eine bessere Diskussionskultur.

Frei nach #jagärhär

Über 45.000 Gruppenmitglieder

#ichbinhier ist die größte Counter-Speech-Initiative Deutschlands.

Unzählige Mitglieder schreiben täglich sachliche, konstruktive und menschenfreundliche Kommentare auf Facebook, um so den pauschalisierenden, abwertenden und aggressiven Stimmen in den Kommentarspalten etwas entgegenzusetzen.

Wir wollen zu einer anständige Debattenkultur und zu einem vielfältigen Meinungsbild in den Kommentarspalten beitragen. Wir setzen damit ein persönliches und zugleich zivilgesellschaftliches Statement für Demokratie, Toleranz, Vernunft und eine liberale weltoffene Gesellschaft.

#ichbinhier hat viel erreicht. Seit der Gründung hat kaum ein Medium nicht über die Initiative berichtet. Die Gruppe hat 2017 den GRIMME ONLINE Award gewonnen, 2018 den Smart Hero Award und den S.E.N.N.S. Award für Streitkultur, sie wurde zum Bürgerfest des Bundespräsidenten eingeladen. Im Mai 2018 wurde der Initiator Hannes Ley mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Aber… und das ist sicher der größte Erfolg, unsere Aktionsgruppe hat auch erreicht, dass sich Tausende engagierter Menschen im Kampf gegen den Hass nicht mehr allein fühlen und eine neue Gemeinschaft gefunden haben, die sich als digitale Zivilgesellschaft gegenseitig stützt. Und genau davon lebt unsere Initiative und auch die Idee: Sich g e m e i n s a m gegen toxische Kommentare in den Kommentarspalten zu stellen. Je mehr wir sind, desto einfacher ist es für alle.

Damals und heute

Die Facebook-Gruppe #ichbinhier wurde nach dem schwedischem Vorbild #jagärhär im Dezember 2016 von Hannes Ley mit dem Ziel gegründet, die Diskussionskultur auf Facebook zu verbessern. Ley hatte, wie viele andere Facebook-Nutzer auch, im Jahre 2016 eine immer gereiztere Stimmung in der (Online-)Gesellschaft beobachtet, die in besonderem Maße in den Kommentarspalten der sozialen Medien zum Ausdruck kam.

Und heute? Die Kommentare auf Facebook reichen immer noch von Herabwürdigung, Ausgrenzung und Anfeindung bis zur Befürwortung von Gewalt gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen. Wer versucht, zur Sachlichkeit beizutragen, sieht sich schnell Beleidigungen, Häme und persönlichen Angriffen ausgesetzt.

Mit unserer Initiative möchten wir von #ichbinhier gemeinsam mit unseren 45.000 Mitgliedern nicht nur all jenen Menschen Mut machen, die sich bisher allein auf Facebook (auf-)hetzenden Kommentaren entgegenstellen. Wir möchten auch all jene zurückgewinnen, die sich bereits erschrocken aus den Kommentarspalten zurückgezogen haben.

Allen Menschen, die sich zunehmend um den Anstand, den sozialen Frieden und die Demokratie sorgen, möchten wir zeigen, dass es viele gibt, die für solche Werte einstehen, und dass es sich lohnt, hier mitzumachen.

Unsere Grundprinzipien

1) Überparteilichkeit

Die Mitglieder von #ichbinhier stehen auf dem Boden des Grundgesetzes und achten dessen Werte. Unabhängig vom politischen Willen jedes einzelnen Mitgliedes engagiert sich die Gruppe #ichbinhier überparteilich.

2.) Aktionsgruppe

#ichbinhier ist eine Aktionsgruppe und keine Diskussionsgruppe. Wir wollen aktiv der Vergiftung unserer Gesellschaft gegenübertreten. Dazu müssen wir fokussiert bleiben, und zwar dort, wo es drauf ankommt: in den Kommentarspalten.

3.) Tätigkeitsfelder:

  • auf Facebook-Seiten reichweitenstarker Nachrichtenmedien mit mehr als 100.000 Follower*innen,
  • nicht auf privaten Seiten,
  • nicht in Facebook-Gruppen und
  • nicht auf Partei-Seiten.

In Ausnahmefällen unterstützen wir Personen des öffentlichen Lebens, NGOs, Stiftungen, Unternehmen oder andere Initiativen, wenn sie von organisierten Hasskampagnen (Shitstorms) betroffen sind.

4.) Meinungsfreiheit vs. “Hate Speech”

Nach dem Duden handelt es sich bei Hetze um die „Gesamtheit unsachlicher, gehässiger, verleumderischer, verunglimpfender Äußerungen oder Handlungen (…), die Hassgefühle, feindselige Stimmungen und Emotionen gegen jemanden oder etwas erzeugen“.

Darüber hinaus haben wir die Veröffentlichungen des Ministerkomitees des Europarates von 2007 und von Prof. Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin zu Rate gezogen. Diese definieren toxische Sprache wie folgt: Kommentare, welche “die Herabsetzung und Demütigung von einzelnen Personen, Gruppen, Gemeinschaften oder Ethnien zum Ziel haben bzw. Personen auf Grund ihrer Abstammung, Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, sexuellen Orientierung, Religion, körperlichen Einschränkung, aber auch Parteizugehörigkeit, Weltanschauung, Beruf o.a. als ‘anders’ markieren und ausgrenzen”, werden als Hate Speech identifiziert und definiert.

Charakteristisch ist zudem, dass uninformierte oder falsche Aussagen bewusst verbreitet, Stereotype und Vorurteile bedient und die Betroffenen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit beleidigt, bedroht, verächtlich gemacht und entmenschlicht werden – zum Beispiel durch Ausdrücke wie „Asylantenflut“ oder „Viehzeug”. Dies steigert sich bis hin zur Befürwortung von Gewalttaten oder Appellen zu körperlicher Gewalt gegen die Betroffenen.

Weiterhin haben wir in unserer Veröffentlichung “Die Grenzen der Meinungsfreiheit” verdeutlicht, dass die Meinungsfreiheit besonderen Schutzes bedarf, aber dort endet, wo die Rechte anderer Menschen allzu sehr verletzt werden. Die Würde des Menschen ist unantastbar!

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